Ich war heute im Bad Uracher Rathaus. Den lange geplanten Opt-Out machen. Nachdem ich belehrt wurde, dass so etwas wie eine Übermittlungssperre nicht existiert und es so ein Formular nicht gibt, hat es dann doch geklappt. Wohl gemerkt, ich wurde nicht informiert, dass die Angestellte im öffentlichen Dienst es nicht weiß oder glaubt, sondern dass es tatsächlich so sei.
Nach langem grinsend stoischem Angefunke fühlte sich die Bad Uracher Angestellte, deren Namen ich hier besser nicht nenne, dann doch genötigt zum Telefon zu greifen. Dann wurde sie davon in Kenntnis gesetzt, dass es wohl doch möglich ist. Ich durfte also ohne weitere Entschuldigung unterschreiben, dass ich der Datenweitergabe an Hinz und Kunz nicht zustimme.
Ich wollte gleich Formulare für den Rest der Familie mitnehmen. Aber nee, das gehe nicht, das müsse ich vor ihren Augen unterschreiben. Abgesehen davon, was das damit zu tun hat, die Formulare mitzunehmen, hatte sie zwar Recht, denn es wird eine Identitätsprüfung gemacht. Nur bei mir nicht, das reicht das Geburtsdatum, sie kenne mich ja. Weil ich das nicht so unkommentiert hin nahm, krähte es noch aus einem Stapel Akten von hinten links herüber: »Ja, wegen Persönlichkeitsrechten, könnt sie dann ja jeder austragen”. Dem muss ich zustimmen, es wäre eine Katastrophe, wenn jemand für mich das übernimmt, was der Staat als Standard ansehen sollte… Nämlich das Opt-In Verfahren.
Anschließend nutzte ich die neu gewonnene Selbstbestimmungsfreiheit noch und trug mich in die offizielle Robinsonliste ein. Der Name kommt übrigens tatsächlich von Robinson Crusoe und seiner einsamen Insel.


Kommentar von asdato
18. Februar 2010 um 03:17
Interessante Argumentation: Man darf niemanden Anderen austragen, also darf man keine Formulare mitnehmen – herunterladen und selbst ausdrucken darf man die Formulare aber… xD